Was sind niederschwellige Hilfen?
Hausbesuche – Dahin gehen, wo es weh tut
Hausbesuche, Nachgehende Behandlung, Frühe Hilfen, home treatment – entwickeln sich aktuell immer weiter zu neuen, innovativen Angeboten. Abhängig davon, ob diese von den Hilfesuchenden freiwillig angefragt oder von Behörden aufgedrängt werden, erleben die Familien „Hausbesuche“ hilfreich oder – nicht ganz zu Unrecht – als subtile Mittel sozialer Kontrolle.
Hausbesuche ermöglichen vor Ort Erkenntnisse und praktische Interventionen, die herkömmlichen Hilfsangeboten überlegen sind.
Wir halten es aber auch für notwendig, selbstkritisch zu reflektieren, welchem Zweck sie dienen und wie man sie so anbieten kann, dass sie den Hilfesuchenden dienen und sie von diesen angenommen werden kann.

Neue Medien…
Beratung am Festnetz-Telefon ist Neunziger! Und Gespräche am Handy scheinen uns ungeeignet, um Konflikte zu besprechen. Zumal man nie weiß, ob die Gesprächspartner*innen in der Straßenbahn sitzen, nebenbei einkaufen oder ein*e womöglich gewalttätige Partner*in mithört.
In der Corona-Epidemie ist Beratung per „Zoom“ oder ähnliche Plattformen auf eine für die psychosoziale Community erfreulich rasche und unkomplizierte Art etabliert worden. Sie hat sich über die Krise hinweg als für viele Klient*innen gut praktikable Methode des Austauschs - ohne Weg- und Wartezeiten - empfohlen.
Aber das neue Medium birgt Herausforderungen, über die Reflexion sinnvoll ist.
Gleiches gilt für Beratungen mit schon länger geübter Praxis - via Email oder „Chat“.

Da sein, wenn man gebraucht wird
Auge in Auge miteinander reden ist nicht leicht. Aber es hat eine besondere Qualität. Wenn man dazu bereit ist, mag man nicht auf einen Termin warten. So eine Bereitschaft ist auch schnell wieder vorbei.
Plätze zu kennen, wo man eben mal vorbei schauen kann und gut ausgebildete Menschen antrifft, die interessiert sind, wertschätzend, sich als Person und mit ihrem Wissen zur Verfügung stellen - das wäre gut! Und wo man dann aber auch eben mal schnell wieder weg sein kann – das wären: Frohe Hilfen.
Die Einrichtung solcher Plätze ist unser Ziel.
Wir freuen uns über Menschen, Organisationen, politisch Verantwortliche, Erblasser und Stiftungen, die uns bei der Realisierung unterstützen werden. Wir wollen da sein, wenn‘s weh tut.
